erwachsen glauben

erwachsen glauben

Wie geht das: an Gott glauben jenseits von Eden – als Erwachsener inmitten einer Welt, die kein Paradies ist und damit nicht schon von selbst unmittelbar von Gottes Güte erzählt? Wenn die erste Naivität zerbrochen ist, das Gefühl, im Gehäuse einer überschaubaren, geordneten und vertrauenswürdigen Welt geborgen zu sein, geschwunden ist – wie kann das Lebensvertrauen sich dann auf etwas anderes gründen als auf die eigenen Fähigkeiten? Wenn der Kinderglaube nicht mehr hält, was man sich von ihm versprochen hat, dann ist für viele Menschen die Sache mit Gott wie ein Kleidungsstück, aus dem man herausgewachsen ist: Man legt es auf den Haufen der zu eng gewordenen, abgelegten Sachen. Vielleicht mit Bedauern und Wehmut – jedenfalls wächst dieser Glaube nicht mehr weiter und wird nicht mit erwachsen. Ein Überbleibsel aus Kindertagen.

Wer sich als Erwachsener dagegen öffnet für eine Art „zweiter Naivität“, der schlüpft damit nicht wieder zurück in die Kindheit. Es geht nicht darum, wieder in einer märchenhaften, verzauberten Welt anzukommen. Wohl aber meine ich die Öffnung für bestimmte Erfahrungen, von denen wir sagen können, dass wir sie einerseits gemacht (in höchster Beteiligung der aller Sinne und Vermögen) und andererseits doch nicht produziert haben. Es geht um Prozesse der Veränderung, in denen wir uns im Kern wandeln und die wir doch nicht herstellen können. Der Bereich, in dem wir nichts durch zweckrationales Verhalten bewirken und doch mit ganzer Präsenz gefordert sind – dies ist der Bereich des Spirituellen. Ein Zwischen-Raum nicht mehr der Dinge, sondern der Wandlungen.

Erwachsen glauben – das ist für viele wie ein unentdeckter Kontinent. Dies unbekannte Land zu erforschen, das ist eines der letzten Abenteuer. Der Weg führt in Prüfungen und Krisen hinein und mitten hindurch. Ich glaube, dass dabei erst deutlich wird, was „erwachsen sein“ wesentlich meint: ein verantwortliches Umgehen mit den fundamentalen Gegebenheiten menschlichen Daseins und eine Öffnung zum Mitgefühl mit den Mitlebenden. Der Glaube der Erwachsenen ist nicht einfach nur ein Schutzraum gegen die Zumutungen des Lebens, sondern wird selber zur Herausforderung, über Lebensschwellen in Richtung auf innere Reifung zu gehen. In jeder Erfahrung, in der wir wachsen und reifen, wird dieser Glaube gestärkt. Das Beängstigende wird dabei in Bildern, in Mythen und Riten fassbar. Eine solche Religion für Erwachsene inszeniert rituelle Wege durch die Krise: Initiationswege – Einweisungen in ein Leben, das einem notwendigen Schmerz nicht ausweicht.

Dazu gibt es aktuell ein Wochenendseminar vom 10. bis 12. August 2012 im Haus der Stille in Bellin:

Glaube - Achtsamkeit - Stille
Einführungen in erwachsenen Glauben, in liebende Aufmerksamkeit, in das Stillewerden vor Gott.

Das Leben ist kein Ponyschlecken – sagt man. Diesseits von Eden ist uns der direkte Weg ins Paradies versperrt. Und dennoch: mit allem, was das erwachsene Leben ausmacht, halten wir uns dem liebenden Blick Gottes hin. Und üben so Achtsamkeit im Augenblick für das, was uns umgibt, für einander und für uns selbst. Mag sein, dass sich manches gerade so verwandelt.

Leitung: Christian Höser, Landespastor im Amt für Gemeindedienst der ELLM, geistliche Begleitung, langjährige Meditationserfahrung, Vorsitzender Haus der Stille Bellin e.V., lebt in Güstrow
Andreas Wandtke-Grohmann, Pastor, Referent im Gemeindedienst der Nordelbischen Kirche, Gestalttherapeut, geistliche Begleitung

Anfang: Freitag, 10.08.2012, 18 Uhr
Ende: Sonntag, 12.08.2012, 13 Uhr

Ort: Haus der Stille Bellin
Kirchweg 1
18292 Bellin

Anmeldung: Melden Sie sich bitte schriftlich an. Sie können eine Mail schicken an die Adresse:

oder eine Postkarte an:
Herrn Christian Höser
Domplatz 13
18273 Güstrow

Geben Sie auf jeden Fall bitte die Kursnummer K 26, den Kursnamen "Glaube - Achtsamkeit - Stille" und den Zeitraum 10. - 12.08.2012 an, Ihren vollständigen Namen und Ihre Anschrift sowie Telefonnummer. Sie erhalten eine Bestätigung Ihrer Anmeldung.

Kosten: 110 Euro. Überweisen Sie dann bitte die Kursgebühr unter Angabe der Kursnummer K 26 und des Seminarnamens "Glaube - Achtsamkeit - Stille". Die Anmeldung wird nur gültig, wenn innerhalb von 10 Tagen die Überweisung auf unser Konto eingegangen ist. Die Gebühr enthält die Kosten für Teilnahme, Unterbringung und Verpflegung. Bettwäsche ist im Preis enthalten. Handtücher und Hausschuhe bitten wir mitzubringen.
Kontonummer: 10 73 200 60
BLZ: 520 604 10 bei der EKK
IBAN: DE36 5206 0410 0107 3200 60
BIC: GENODEF1EK1

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