Werkbuch Taufe

Werkbuch Taufe

herausgegeben von Bernd Schlüter und Peter Barz

Ein Buch für die Praxis, das aus der Praxis entstanden ist: Pastorinnen und Pastoren haben eine Zeitlang das Thema „Taufe“ und „Tauferinnerung“ in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt und ihre Erfahrungen und Werkstücke in diesem Buch dokumentiert: Dagmar Rosenberg, Monika Nikolai, Thomas Knippenberg, Dietmar Gördel und Martin Schulz.

„Taufe, das ist ja nun nichts Neues…“: Die Taufe gehört zum relativ Stabilen in der Volkskirche. Sie finden hier sorgfältig ausgearbeitete liturgische Bausteine zur Gestaltung von Taufgottesdiensten. Und es geht hier auch um die Bedeutung des Getauft-seins als Grunddatum des christlichen Glaubens: Mit einem Taufbaum, einem Mobile oder einer Taufrolle kann man die Getauften mit Namen und Bild auf schöne Weise in der Kirche präsent halten.

Die Taufe ist der Ausgangspunkt für den eigenen Weg im Glauben. Eltern und Paten versprechen, ihr Kind in den christlichen Glauben hineinwachsen zu lassen. Bei vielen Erwachsenen wachen angesichts des Aufwachsens der Kinder die Fragen nach dem Glauben wieder auf: Mit welchen hilfreichen Bildern, Gebeten und Geschichten soll mein Kind groß werden? Was trägt und hält auch mich? Der Gemeinde entsteht daraus die Verpflichtung, Familien zu unterstützen in den Zeiten des fortschreitenden Abbruchs kirchlicher Bindung und der Auflösung von hergebrachten Traditionen. Mit den „Tauf-Tropfen“ - einer Journal-Reihe für junge Eltern - bekommt die Kirchengemeinde Material an die Hand, um Familien zu begleiten und immer wieder einzuladen. Kirchliche Kindertagesstätten bieten die Gelegenheit zu Elternabenden zu Fragen religiöser Kindererziehung oder auch zu einer KinderBibelWoche zum Thema „Taufe“. Sehr spannend: Abenteuertage für Väter, Söhne und Paten oder ein Wochenende für Mütter, Töchter und Patinnen. Glaubenskurse entfalten, was es bedeutet, getauft zu sein, oder bieten eine Taufvorbereitung für Erwachsene.

Der Konfirmandenunterricht bringt diejenigen, die keine Kinder mehr sein wollen, wieder in Kontakt mit ihrem Getauft-sein: Die Konfirmandenzeit läuft auf die Konfirmation zu, in der die Konfirmandinnen und Konfirmanden Ja sagen dazu, dass sie getauft sind, und Segen für ihren weiteren Weg empfangen. Ein Teil der Konfirmandinnen und Konfirmanden in jedem Jahrgang ist nicht getauft – einen Taufgottesdienst mit ihnen zusammen vorzubereiten und zu feiern, das ist dann eine in sich stimmige Taufkatechese.

Die praktisch-theologischen Beiträge im ersten Teil des Buches behandeln die Themen „Bildung auf dem Grund der Taufe“ (W. Härle), „Taufpraxis im Umbruch“ (P. Cornehl) und „Christsein lernen“ (Chr. Grethlein). Insbesondere der Artikel von P. Cornehl macht auf die Bedeutungsfülle der Taufe aufmerksam: das Sakrament der Befreiung aus dem Bann des Bösen, der Annahme, der Gemeinschaft, der christlichen Einheit, der neuen Schöpfung, der Christusverbundenheit. Nur einige dieser Aspekte werden üblicherweise in Taufpredigten und –liturgien berücksichtigt. Welche Rolle die theologischen Aspekte der Taufe in einem praktischen Projekt spielen können, das hat Bernd Schlüter am Beispiel von „Spiritualität im Alltag“ ausgeführt.

Wie ist es, wenn mehrere Gemeinden gemeinsam ein Taufprojekt in die Welt bringen? Wenn ein Kirchenkreis sich „Tauferinnerung!“ auf die Fahne schreibt? So ein Projekt bringt Menschen als Mitarbeitende zusammen, die vorher gar nicht wussten, wie sehr sie sich gegenseitig inspirieren können. Ein großer Gottesdienst, ein Fest mit vielen Farben, das kann einer ganzen Region Züge eines neuen, lebendigen Gesichts geben. Beispiele dafür im Werkbuch Taufe: der „Familientag: Das ist Pfingsten“, der Kinderkirchentag in der Region oder der Konfirmandentag im Schwimmbad.

Lassen Sie sich mit diesem Buch anregen, eigene weiterführende Ideen auszuspinnen! Was kann das Getauft-sein für Menschen bedeuten, die auf das Ende ihres Lebens zugehen? Für Menschen, die mit Handicaps leben müssen? Gibt es Tauferinnerungsliturgien für Aufbrüche auf dem Lebensweg? Für Trennungen und Abschiede? Was könnten Jugendliche mit der „Befreiung vom Bann des Bösen“ anfangen? Was würden Menschen in Führungspositionen dazu sagen? Auf eine persönlichkeitsangemessene Weise kann man Menschen hier in Theologie verwickeln und christlichen Glauben vertiefen.

Mit diesem Buch werden Ihnen vielfältige Anregungen gegeben. Wir wollen Sie auch weiter unterstützen, wenn Sie ein Projekt zum Thema Taufe entwickeln. Wenn Sie in Ihrer Region oder Ihrem Kirchenkreis ein größeres Vorhaben planen, dann helfen wir Ihnen gern.

Werkbuch Taufe, herausgegeben von Peter Barz und Bernd Schlüter, Gütersloher Verlagshaus 2009, ISBN 978-3-579-05915-0